Innere Sicherheit – Warum dein Körper vor deinem Kopf entscheidet
Viele Frauen beschreiben denselben inneren Konflikt: „Eigentlich ist doch alles gut und trotzdem fühle ich mich innerlich nicht ruhig.“ Dieses diffuse Unwohlsein hat viel mit deiner inneren Sicherheit zu tun, also mit dem Gefühl deines Systems, wirklich sicher zu sein, nicht nur logisch „zu wissen“, dass nichts passiert.
Innere Sicherheit ist kein Charaktermerkmal und keine Frage von Disziplin, sondern ein körperlicher Zustand, in dem dein Nervensystem Entspannung zulässt. Wenn dein System diese innere Sicherheit nicht erlebt, bleibst du in einer Art Dauer-Alarm, auch dann, wenn dein Leben von außen stabil und erfolgreich wirkt.
Wissenschaftlich wird dieses Erleben eng mit Konzepten wie psychologischer Sicherheit, subjektivem Sicherheitsgefühl und Resilienz in Verbindung gebracht.
Was innere Sicherheit im Körper bedeutet
Dein autonomes Nervensystem interessiert sich nicht für Lebensläufe, To-do-Listen oder vernünftige Argumente. Es stellt im Kern nur eine einzige Frage: „Bin ich hier sicher oder nicht?“ Wenn dein Körper diese Frage nicht klar mit „Ja“ beantworten kann, fehlt innere Sicherheit und dein Organismus bleibt wachsam, angespannt und kontrollierend.
Forschung zu subjektiver Sicherheit zeigt, dass unser Sicherheitsgefühl oft wenig mit der objektiven Lage zu tun hat. Das erklärt, warum du dich innerlich unsicher fühlen kannst, obwohl du „eigentlich keinen Grund zur Angst“ siehst. Innere Sicherheit entsteht also nicht automatisch durch äußere Stabilität. Sie braucht Erfahrungsräume, in denen dein System wiederholt erlebt: „Ich bin hier wirklich sicher.“
Die leise Angst der funktionierenden Frauen
Besonders Frauen, die viel Verantwortung tragen – für Familie, Job, Hausarbeit, Organisation – laufen häufig mit einem Nervensystem, das kaum echte Ruhe kennt. Die innere Sicherheit fehlt nicht, weil sie „zu schwach“ oder „zu sensibel“ wären, sondern weil ihr System gelernt hat, wach zu bleiben.
Typische Signale für fehlende innere Sicherheit sind etwa:
- ständiges inneres Mitdenken und Vorausplanen.
- Schwierigkeiten, wirklich abzuschalten, selbst im Urlaub.
- körperliche Anspannung trotz Pausen.
- starkes Bedürfnis nach Kontrolle.
- Vertrauen fühlt sich theoretisch richtig, praktisch aber gefährlich an.
Studien zeigen, dass Sicherheitsbedürfnis und Unsicherheitsgefühle nicht nur von realer Bedrohung, sondern auch von Persönlichkeit, sozialem Kontext und erlernten Bewältigungsstrategien abhängen. Wenn du dich in diesen Punkten wiedererkennst, ist das kein persönlicher Defekt, sondern ein nervensystem-ehrlicher Zustand.
Angst im Human Design – warum wir unterschiedlich reagieren
Im Human Design zeigt sich sehr deutlich, dass Angst kein einheitliches Erleben ist.
Sie wirkt individuell – je nach energetischer Ausstattung.
Besonders relevant sind hier drei Zentren:
- die Milz – zuständig für Instinkt, Überleben und unmittelbare Wahrnehmung
- das Ajna– das Verstandeszentrum. Ängste betreffen hier vor allem Denkprozesse, Zweifel und die Angst vor Unwissenheit und Chaos
- der Solarplexus – das emotionale Zentrum mit seinen Wellenbewegungen
- auch die Druckzentren Kopf und Wurzel, verbunden mit Druck, Stress und innerem Antreiben, spielen eine wichtige Rolle beim Thema Angst.
Je nachdem, ob diese Zentren definiert oder offen sind, reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf Unsicherheit. Manche werden still und wachsam, andere kontrollierend, wieder andere emotional überflutet. Ich habe schon diverse Blogartikel zur Verbindung von Angst und Human Design geschrieben, zum Beispiel diesen oder auch hier.
Angst ist hier kein Fehler, sondern eine energetische Reaktion auf fehlende Sicherheit.
Warum positives Denken innere Sicherheit nicht ersetzen kann
Angst und Unsicherheit entstehen primär im Körper, nicht im Kopf. Affirmationen und Mindset-Arbeit können hilfreich sein, aber sie erzeugen keine stabile innere Sicherheit, wenn dein Nervensystem weiterhin Alarm meldet. Dein Körper „glaubt“ deinen Gedanken nur, wenn er gleichzeitig auch Sicherheit spürt.
Das spiegelt sich auch in der Forschung zu psychologischer Sicherheit. Teams, in denen Menschen sich sicher fühlen, machen nicht weniger Fehler, können aber besser damit umgehen, offener kommunizieren und lernen schneller. Übertragen auf dein persönliches Erleben heißt das: Innere Sicherheit macht dich nicht unverwundbar, aber sie verändert, wie du mit Unsicherheit, Fehlern und Risiken umgehst.
Wege, wie du innere Sicherheit im Körper stärkst
Innere Sicherheit lässt sich nicht herbeizwingen, aber du kannst Bedingungen schaffen, in denen dein System langsam umlernen darf. Einige mögliche Zugänge:
- Langsame, bewusste Atmung: Verlängerte Ausatmung aktiviert den parasympathischen Anteil deines Nervensystems und kann das Gefühl innerer Sicherheit behutsam stärken.
- Körperwahrnehmung: Sanftes Spüren von Auflageflächen, Schwerkraft und Atem holt deine Aufmerksamkeit aus dem Grübeln zurück in den Körper, wo innere Sicherheit tatsächlich erlebt wird.
- Beziehung und psychologische Sicherheit: Verbindungen, in denen du ehrlich sein darfst, ohne Angst vor Abwertung, fördern nachweislich Wohlbefinden, Lernfähigkeit und Vertrauen und damit dein Gefühl innerer Sicherheit.
- Ätherische Öle und Rituale: Düfte wie Vetiver, Weihrauch oder Rose können dein Nervensystem nicht „heilen“, aber sie können Anker für Regulation werden, wenn du sie mit bewusster Atmung und achtsamer Selbstwahrnehmung verbindest.
Studien zu subjektiver Sicherheit zeigen, wie stark Gefühle von Verwundbarkeit unser Erleben prägen – unabhängig von objektiven Risiken. Übertragen auf dein Leben heißt das: Es reicht nicht, dir rational zu sagen, dass alles gut ist. Dein Nervensystem braucht Erfahrungen, in denen es sich sicher genug fühlt, um Kontrolle etwas zu lockern und Vertrauen überhaupt zuzulassen.
Wenn du dich in der beschriebenen leisen Angst wiederfindest, ist mit dir nichts „falsch“. Dein System ist wach und erschöpft davon. Innere Sicherheit wieder aufzubauen bedeutet, deinem Körper Wege zu zeigen, wie er sich Schritt für Schritt sicherer fühlen darf. Alles, was du dafür brauchst, trägst du bereits in dir; es braucht vor allem Raum, Zeit und eine Umgebung, in der dein System lernen darf, dass jetzt ein anderer Zustand möglich ist.
Dein System ist wach und müde davon.
Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie Angst entsteht und wie innere Sicherheit im Körper wieder aufgebaut werden kann, begleite ich dich gern weiter.
In meiner kostenfreien Masterclass „Turst yourself“ vom 24.-26.2.2026 jeweils 20 Uhr geht es nicht um Techniken oder Selbstoptimierung. Sondern um das, was dein System wirklich braucht, um wieder zur Ruhe zu kommen.
Alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir.
Wir machen es wieder erreichbar.
Ich freue mich auf dich.
♡ Deine Leonore
5 Fragen & Antworten zum Thema Innere Sicherheit
Was genau ist mit innerer Sicherheit gemeint?
Innere Sicherheit ist das körperlich spürbare Gefühl, dass du in diesem Moment sicher bist – unabhängig davon, wie viel im Außen los ist. Sie zeigt sich in mehr Ruhe, Präsenz und Vertrauen in dich selbst.
Ist der Ansatz ein Ersatz für Therapie oder medizinische Behandlung?
Nein. Die Arbeit an innerer Sicherheit ersetzt keine Psychotherapie und keine medizinische Behandlung. Sie kann jedoch eine wertvolle Ergänzung sein, wenn dein Nervensystem lernen darf, sich wieder sicherer zu fühlen.
Brauche ich Vorerfahrung mit Human Design oder Körperarbeit?
Nein. Du musst weder Human Design kennen noch Erfahrung mit Körperarbeit haben. Du bekommst alles erklärt und wirst Schritt für Schritt angeleitet, innere Sicherheit in deinem eigenen Tempo im Körper zu verankern.
Hilft das auch, wenn „eigentlich alles gut ist“, ich mich aber trotzdem unruhig fühle?
Ja, genau dafür ist die Arbeit an innerer Sicherheit gedacht. Wenn dein Leben äußerlich funktioniert, du dich innerlich aber angespannt, kontrollierend oder dauerhaft müde fühlst, arbeitet dein System oft im Alarmmodus – hier setzen wir an.
Wie merke ich, ob sich meine innere Sicherheit wirklich verändert?
Du bemerkst Veränderungen meist daran, dass du weniger überwachst und kontrollierst, leichter Nein sagen kannst, besser schläfst, dich in Beziehungen klarer fühlst und dein Körper schneller in die Entspannung zurückfindet – auch wenn das Leben weiter fordernd bleibt.
